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Um 17:28 Uhr ist der tiefste Punkt erreicht: Der Moment, an dem die Sonne uns Nordhalbküglern am fernsten ist, markiert die große Dunkelheit und die mit ihr verbundene Hoffnung auf neues Licht. Die aktuelle Zeit wirft uns auf unsere innersten Geschichten zurück. Draußen ist es unwirtlich und kalt. Die Arbeit, die schon längst nach drinnen verlagert wurde, ruht jetzt.
Viele Mythen erzählen von der Bedeutung der Erholung zu dieser Zeit und so manche werden beschmunzelt, wenn sie sich den ach so abergläubischen Ideen unterwerfen, nun nicht mehr zu waschen. Wohl darf man weiterschmunzeln, wenn zwar nicht gewaschen, aber ins Büro geschritten wird. Denn früher war Waschen ein Knochenjob und der harten und ablenkenden Arbeit galt die Warnung. Viele dramatische Überlieferungen sprechen von der Percht oder anderen Wesen, die aus dem Fluss auftauchen würden, um waschende Frauen zu holen. Denn am Fluss wurde schwer an Waschbretter geschrubbt und draußen hing die Kleidung im Wind zum Trocknen.

Schon am Entspannen – oder braucht es noch Warnungen?

In einer anderen Erzählung heißt es, dass beim Aufhängen weißer Wäsche in den Raunächten, Odin im starken Wind ein Wäschetuch mitnehmen würde – welches er als Leichentuch für den Besitzer nutzen würde. Gerade weiße Wäsche bedurfte des schweren Auskochens. Wer sich in dieser Zeit nicht regenerieren kann, den kommt der Tod schneller holen – welch eindrückliche Warnung! Den Entwicklern dieser Schauergeschichten war bewusst, dass die dunkelste Zeit des Jahres nicht nur der Andacht gegenüber dem neuen kommenden Licht, dem Zusammenrücken in der Gemeinschaft und der Zentrierung auf einen kleinen Platz in der warmen Stube und in sich selbst galt. Sie war und ist noch immer auch durch starke Energien bekannt, die uns in Stille aufladen können, sodass wir bald wieder bereit für einen neuen Jahresdurchlauf sein werden. Davon erzählt noch der Brauch des Kindlestages, zudem wir noch kommen werden.

So soll die Zeit nun also eine stille, andächtige werden, in der den Geschichten der Urzeiten gelauscht und sich entdeckt werden kann.

Traditionell begleiten uns dabei Pflanzen mit ihrem aromatischen Rauch. Sie erzählen uns von einem Leben, das wieder kommen wird, von Themen, die uns begegnen werden. Sie verbinden uns, halten uns in ihrem Bann, lassen uns die Zentrierung und Ruhe erfahren, die jetzt so nötig ist.

Wunderwesen Mistel

Die Wintersonnenwende wird klassisch von der Mistel repräsentiert. Dieses Wunderwesen widersetzt sich allen bekannten Regeln und blüht, statt zur Blütenhochsaison im Sommer, genau zur Wintersonnenwende. Es gibt ganze Bücher (* Affiliate Link) über sie, ihre Faszinationswirkung und Heilkraft ist groß. Sie lehrt uns Zentrierung und Ruhe, in dem sie sich von einem Punkt aus in die Kugelform begibt. Und sie lehrt uns Ruhe, weil sie stets nur eine neue Verzweigung pro Jahr ausbildet. Eine stattliche Mistelkugel hat also schon Jahrzehnte auf dem Buckel. Doch sie würde nicht so schön rund werden, wenn sie die neuen Blätter nicht in einem solch großen Winkel öffnen würde – ein Hinweis, der uns schon etwas über ihre geistige Wirkung verrät.

In manchen Gegenden lässt die Laubmistel Laubbäume im Winter ganz grün erscheinen. Weniger auffallend sind da die Tannen- und die Kiefermistel in immergrünen Gewächsen. Von Botanikern als Parasit beschimpft, versteht man das Wesen der Mistel tatsächlich erst, wenn man sich mit Erd- und Kosmosenergien beschäftigt. Dort, wo die Misteln gedeihen, wandeln sie für den jeweiligen Baum störende hohe Energien um. Seien es Wasseradern oder kosmische Einstrahlpunkte: Fakt ist, dass bei Entfernung der Misteln Bäume sogenannten Baumkrebs ausbilden. Bei Bewuchs mit Misteln bleibt ihr Bau harmonisch. So bekommt die Mistel nicht nur Nahrung durch den Baum, sondern schenkt ihm wohlgeformtes Wachstum und Lebensjahre. Aus dem Parasit wird ein Symbiont.

Die Botschaft der Mistel

Tatsächlich dreht sich ihr ganzes Sein um das Thema der Transformation. Sie durchdringt uns mit dieser Botschaft und bildet eine Schutzkugel um uns herum. Einerseits fühlen wir uns so aufgehoben wie in einer Gebärmutter, andererseits sind wir der Transformation schutzlos ausgeliefert. Sie bedeutet Schutz für uns – doch können wir dies nicht unbedingt immer wahrnehmen. Mit ihr können wir loslassen und deshalb eignet sich die Mistel besonders, wenn wir in uns soviel Stagnation und Altes gehen lassen müssen, dass wir die Befürchtungen haben, dass von uns dann kaum noch etwas übrig bleibt. Wer bin ich dann noch, wenn so Vieles von mir geht?

Ist es da ein Wunder, dass die Mistel als exellentes Heilmittel bei Krebs gilt? Hier empfinden wir uns wie in einer Sackgasse (im Englischen ehrwürdig „dead end“), haben so viel (unbewusst) in Stagnation gebracht, dass unser Körper nicht mehr regulieren kann – oder sich nur in Kreisen ohne Übergang und Auflösung bewegt. Wie ist das mit den Geschichten ehemaliger Krebskranker (Artikel „Das Gute am Krebs“ vom krebsinformationsdient), die sagen der Krebs habe ihr Leben zum Positiven verändert, oder den „Wunderheilungen“, nachdem sich jene Menschen wesentlich neu aufgestellt und in ihrem Leben neu ausgerichtet haben? So fordert die Mistel eine große Wandlung heraus, die die Konfrontation mit dem Tod mit sich führt.

 Ja zum Tod und Ja zum Leben.

Wer sich stellt, findet im tiefsten Dunkeln zur leuchtenden Neugeburt, ganz so wie Wintersonnenwende es uns alljährlich lehrt. Die Mistel begleitet uns stark, authentisch und dennoch immer gebärmütterlich einhüllend durch schwierige Wandlungszeiten.

So räuchern wir zur Wintersonnenwende die Mistel und fragen uns mit ihrem Duft, was in uns der Wandlung bedarf. Wir erlangen einen scharfen ehrlichen Blick. Statt zu bewerten, lassen wir los, was uns nicht mehr dient. Es geht auch nicht unbedingt darum, es benennen zu können, was sich regt. Viel wichtiger iist das Einlassen und das Vertrauen in die Wandlung. Duft bewegen in uns noch ehe wir wahrnehmen, dass wir überhaupt riechen. Wenn wir uns den Impulsen der verräuchernden Mistel öffnen, dann bewegt sich etwas, greifbar oder nicht. Ergeben wir uns der weisen Kraft der Mistel, die am dunkelsten Punkt des Jahres erblüht und ihre weißen Beeren als Hoffnungsträger erleuchten lässt. Wandeln wir, auf dass wir uns selbst wieder näher kommen. Eine gesegte Sonnenwende euch allen.

Übrigens könnt ihr beim NABU in einer aktuellen naturgucker Aktion Misteln und Nester zur Kartografierung melden.

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Rätselfrage

Plinius schrieb: „[D]ie Druiden [kennen] nichts Heiligeres […], als die Mistel und den Baum, auf dem sie wächst; sie glauben, dass es sich dabei um Eichen handelt“. Auch Wolf-Dieter Storl liest in „Die Pflanzen der Kelten“ daraus, dass es deutlich ist, dass es sich nicht immer um Eichen gehandelt hat, worauf sie übrigens gar nicht häufig anzutreffen sind. Gleichzeitig ist bekannt, dass Eichen die ultimativen Kraftbäume der Kelten waren – und der obige Hinweis veranlasst uns vielleicht dazu, zu erkennen, dass alle mit Misteln besetzten Bäume in den Rang der Eichen aufsteigen. Es gibt jedoch einen Baum, auf dem die Laubmistel so gut wie nie anzutreffen ist. Wisst ihr oder findet ihr heraus, welcher dies ist?
Die Antwort:

Die Laub-Mistel zeigt sich nie auf der Rot-Buche. Manchmal heißt es stattdessen „fast nie auf Buchen“, gilt also auch. Es gibt so einige „mistelfeste“ Bäume, die aber dennoch immer mal wieder mit der Mistel leben. Die genannte Eiche, aber auch der Walnussbaum gehören dazu. Darüber hinaus gibt es noch andere Misteln, nämlich die Tannen-Mistel und die Kiefern-Mistel. Letztere zeigt sich nie auf Fichten – aber die Frage bezog sich ja auf die Laub-Mistel.

Noch ein Schmankerl zum Abschluss. Es gibt einen wirklich faszinierenden Artikel der Zeitschrift „Hagia Chora“, in der eine Frau vorgestellt wird, die mit den Essenzen (also aufgeschwungenen Mittel wie Blütenessenzen) der verschiedenen Laub-Misteln geomantische Landschaftsheilung vermittelt. Wer also einmal richtig in die energetische Welt der Mistel abtauchen will, sollte diesen Artikel (vollständig online) lesen.

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