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Vor 500 Jahren war uns diese Pflanze hierzulande noch nicht einmal bekannt. Sie ist sozusagen ein Novum für die Raunächte, aber sie passt so wunderbar, dass die nun letzte Raunacht in ihrem Geiste zelebriert werden darf: Kakao, Theobroma cacao.

Götterspeise für die Hollenacht

Eine „Götterspeise“ (theo + broma) ist sie. Und ich liege ihr wahrlich zu Füßen. Als Ritual- und Opfergetränk macht sich der Kakao sehr rühmlich in dieser letzten Raunacht. Sie heißt auch Hollenacht, oder weiter südlicher Perchtnacht, da in ihr die Göttin Holle über das Land fegt und noch auf der Erde zwischen Welten wandelnde rastlose Seelen einsammelt und mit hinüber nimmt – in den Frieden und nach dieser Philosophie auch in die Wiedergeburt. Der Brauch war daher mit Dankbarkeit erfüllt und so stellte man einen Teller mit ein paar Gaben hinaus, um Holle zu huldigen und sie auf ihrer Reise zu unterstützen.

Es ist die Raunacht, in der die Wilde Jagd zu einem Höhepunkt stürmt. Also passt auf euch auf, wenn ihr hinaus müsst. Sobald es dunkel wird, sollte man sich, der Überlieferung nach, aber im Häuslichen aufhalten. Man will beim Streifzug der Holle weder stören, noch sie beobachten – dazu gibt es sogar noch konkrete Warnungen. Doch wenn drinnen ein warmer Kakao lockt, warum sollte man auch hinaus wollen?

Wer genießt ihn wie?

In seiner (aztekischen) Heimat ist das Kakaogetränk ganz anders. Salzig, scharf, herb war die traditionelle Zubereitung. Süß und sogar mit Vanille verfeinert wurde sie durch ein spanisches Kloster bekannt, in dem die Nonnen noch nicht einmal während der Messen mehr darauf verzichten wollten. Die Sehnsucht war stark und so entgegneten sie dem besorgten Bischof, der um die aphrodisierende Wirkung des Kakaos wohl wusste, dass der Kakao ihrer Schwäche des Magens helfe und sie so besser zum Herrn beten lasse.

In Mexiko war der Gebrauch von Kakao weniger fromm. Hier galten die Kakaobohnen selbst als Zahlungsmittel, nicht selten für Prostituierte.

Bei aller aphrodisischen Wirkung dürfen wir den Kakao aber nicht auf das Eine reduzieren. Seine stärkste Kraft entfaltet sich schließlich im Herz und dient den immer häufiger angebotenen Cacao Zeremonien als verbindenes herzöffnendes und damit leicht bewusstseinserweitertes Mittel.

Wusstet ihr, dass im Kakao sog. Anandamid enthalten ist, das die THC-Rezeptoren in unserem Gehirn aktiviert? Kein Wunder, dass Kakao so happy macht. Ananda, ich muss es wissen, ist das Sanskrit-Wort für „Glückseligkeit“. Zudem befindet sich auch das Glückshormon Serotonin und Tryptophan (Vorstufe des Serotonins) in Kakao, die auch für einen angenehmen Schlaf sorgen (Melatoninsynthese). Am besten achtet ihr auf nur schwach entölten Kakao im Einkauf, um von den positiven Eigenschaften besonders zu profitieren. Die rohen Kakaonibs sind mittlerweile auch in immer mehr Läden zu finden – aber ehrlich gesagt bekomme ich die nur herunter, wenn ihr mir dreimal zu mir sage, dass es Medizin ist.

Mit Kakao wird das Leben bunt

Dass wir gerade in der aktuellen Zeit vermehrte Angebote von Cacao Zeremonien lesen, ist der Notwendigkeit und Sehnsucht nach einem Zeitenwandel geschuldet.

Vorbei ist die Zeit, in der wir eintönig von früh bis spät die immer gleiche Arbeit verrichteten – und uns über Berufsbezeichnungen, Positionen und Aufgaben definierten. Auf geistiger Ebene hat der Abschied dieser Zeit längst stattgefunden. Wir haben nunmehr den Luxus, kreativ und freudig, neugierig und vor allem miteinander das Leben zu genießen.

Kakao geht mit uns auf die Suche nach einem neuen Lebensentwurf, der diesen Bedürfnissen sowie unseren Grundbedürfnissen gerecht wird. Sie Sucht nach Schokolade ist so vielleicht die Suche nach der bunten freien Welt. Kakao öffnet unser Herz für Freude und für emotionale Verbindungen, für Feste und Begegnungen. Damit meint Kakao mitnichten oberflächliche Parties, sondern Begegnungen, die berühren und schöpfen – woraus neue Ideen entspringen, Projekte des Herzens eben.

Raunächte – ein letztes Mal und dann adé

Mit dieser Aussicht, können wir Kakaoschalen verräuchern (es gibt sie auch als Tee zu kaufen) und die Zeit zwischen den Jahren mit einer glückseligen positiven wandlungsbereiten Aussicht abschließen.

Diese letzte Raunacht ist nicht nur zumeist die stürmischste, sondern auch repräsentativ für unseren kommenden Dezember. Wie immer verraten uns unsere Träume oder eine gezogene Karte etc. etwas vom Grundtenor der kommenden Zeit.

Für manche von euch geht die Raunachtszeit noch weiter, weil ihr später mit der Zählung beginnt oder länger als 12 Nächte für euch stimmig findet. Das kirchlich übernommene und festgesetzte Datum der Heiligen Drei Könige am 6.1. jeden Jahres ist dann das Enddatum. Es zeigt an, dass die Raunächte vorbei sind und das neue Sonnenkind offiziell begrüßt und erkannt wurde.

So wünsche ich euch allen ein wunderbares neues Jahr voller Potenzial und glücklicher Wandlungen. Mit den hier im Kalender vorgestellten 14 Pflanzen habt ihr tolle Werkzeuge in der Hand, um euch in diesem Jahr gut zu unterstützen, wenn ihr etwas Hilfe aus der Pflanzenwelt braucht. Manchmal braucht es einfach einen klareren Kopf (Wacholder), oder eben die süße Sehnsucht des Herzens (Kakao), die Bereitschaft für Ideale einzustehen (Lorbeer) oder die Kraft und Inspiration, den eigenen Weg zu manifestieren (Angelika).

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Rätselfrage

Heimisch in Mittelamerika zogen die Anbaugebiete entlang des Äquators weiter. Heiß und feucht muss es für Theobroma cacao sein. Welches Land ist heute mit Abstand das größte Anbaugebiet des Kakaos?
Die Antwort:

Es ist die Elfenbeinküste, die sich mit der Kakaoproduktion einen wahren Namen macht. Weit über 1 Million Tonnen hat sie allein 2006 produziert. Während in Amerika Kakao auf Plantagen wächst, herrscht in Afrika noch die kleinbäuerliche Produktion vor (lt. Wikipedia).

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